Bären TU-Kindergarten Hasen
 

  

Hasen

Die Hasengruppe

Hasen (c) Hans

Durch die Altersstruktur  (1,5 bis 3 Jahre) bedingt, ergeben sich in der Hasengruppe spezifische Anforderungen und Schwerpunkte. Meist ist es das erste Mal, dass in diesem Alter die erste längere Trennung von den primären Bezugspersonen stattfindet. Gleichzeitig passiert die erste Sozialisation und das Kennenlernen eines Gruppengefüges. Die Aufgabe der Pädagoginnen besteht darin, diesen Prozess angstfrei und individuell zu gestalten und zu begleiten. Spielräume werden in einer Atmosphäre von Geborgenheit und Vertrautheit ermöglicht, so dass eine Stabilisierung jedes Kindes im Gruppengefüge und ein Wohlfühlen im Kindergarten gewährleistet werden.
Die Mitarbeit der Eltern (sei es Parkdienst am Vormittag oder Nachmittagsdienst) stellt nicht nur eine notwendige Wahrnehmung der Aufsichtspflicht dar, sondern ermöglicht uns einen direkten Kontakt und einen regen Austausch. Durch die aktive Anteilnahme der Eltern wird klar gestellt, dass der Kindergarten als erweitertes Familiensystem fungiert und nicht als ausgelagerte Betreuungsanstalt.
Um die Loslösung von zuhause möglichst angstfrei zu gestalten, ist in der Hasengruppe der Tagesablauf strukturiert und ritualisiert. Dies deshalb, um die Zeit bis zum Abholen begreiflich und messbar zu machen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Rituale in diesem Alter sehr wesentlich sind, um Halt und Sicherheit zu geben.

Hasen (c) Hans

Tagesablauf

Wir beginnen unseren gemeinsamen Tag mit einem Morgenkreis. Davor ist Zeit zum Freispiel, Kuscheln, Buch anschauen, sich Verabschieden, aber auch zum Schaukeln, Toben, Zeichnen und Malen usw. Ab halb zehn sind beide Pädagoginnen im Dienst und wir versammeln uns im Toberaum und singen gemeinsam unser Guten-Morgen-Lied. Anschließend bieten wir Fingerspiele und Kreisspiele sowie Elemente aus Rhythmik und Tanz an. Wir ermuntern die Kinder zwar mitzumachen, aber auch zuschauen und beobachten ist gerne erlaubt. Die Dauer des Angebotes richtet sich jeweils nach den Bedürfnissen der Kinder.
Im Anschluss daran gibt es eine gemeinsame Jause und ca. ab 10:30 Uhr gehen wir auf den Spielplatz. Wir wollen den motorischen Bedürfnissen der Kinder gerecht werden und deshalb sind wir beinah bei jedem Wetter unterwegs. Dienstags und donnerstags steht uns für unsere Ausflüge auch ein Elternteil zur Seite und so können wir auch weiter weg liegende Spielplätze erreichen. Manchmal schließen sich auch die älteren Hasen, die ja einmal zu Bären werden, einer Pädagogin der Bärengruppe an und besuchen ein Theaterstück oder die beiden Gruppen treffen sich auf einem Spielplatz, dann gibt es meist ein lautes Hallo.
Ca. um 11:30 Uhr kehren wir in den Kindergarten zurück und die Pflegeeinheit beginnt (natürlich wickeln wir auch bei Bedarf :) ). An dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass der Sauberkeitswerdungsprozess von uns als individueller Entwicklungsschritt des Kindes erkannt und als solcher respektiert wird. Wir unterstützen das Kind gerne dabei, wenn es von sich aus dazu bereit ist.
Um 12 Uhr wird uns von den Kochdiensteltern das Mittagessen gebracht und nach Beendigung des Essens beginnt die Ruhephase. Es steht uns ein Schlafraum zur Verfügung, in dem eine Pädagogin die Kinder zu Bett bringt und solange anwesend ist, bis alle eingeschlafen sind. Gerne dürfen Teddys, Schnullis, Milchflaschen etc. zum Schlafen mitgenommen werden. Übergangsobjekte im Sinne Winnicotts sind uns willkommen. Wir sehen eine große Bedeutung darin, besonders in der Anfangszeit, damit sie in ungewohnten Situationen Vertrautheit und Geborgenheit vermitteln und Trost spenden. Für die Kinder, die sich in Schlafsituationen ängstigen, steht der Toberaum zur Verfügung, der in einen Kuschelraum umgewandelt wird, in dem die andere Pädagogin Bilderbücher anschaut oder Geschichten erzählt, so dass auch für die wachen Kinder eine Phase der Erholung und Entspannung möglich wird.
Ab 14 Uhr hat eine der Pädagoginnen Dienstschluss und ein Elternteil übernimmt mit der anderen Pädagogin den Nachmittagsdienst. Primär steht der Elterndienst für so genannte Hilfsdienste zur Verfügung, zum Beispiel das Vorbereiten der Jause. Aber es soll diese Zeit auch für ein gemeinsames Spiel mit den Kindern genützt werden. Meist ist es für das eigene Kind ein besonderer Tag, wenn sein Elternteil an der Reihe ist, Elterndienst zu machen. Ein gemeinsames Spiel mit dem eigenen Kind und seinen Spielgefährten oder die aktive Teilnahme und Unterstützung an den vorbereiteten Spielangeboten der Pädagogin ist wünschenswert. Gerne können auch eigene Spielideen eingebracht werden.
Um 15 Uhr findet dann eine weitere Jause im Kindergarten statt. Meist sind zu dieser Zeit auch alle Kinder wieder wach. Je nach Wetterlage wird anschließend nochmals der Spielplatz aufgesucht oder der Toberaum im Kindergarten genützt. Auch bietet der Nachmittag Raum für Kleingruppenarbeit mit den Kindern, wo Kreativität und Spaß im Vordergrund steht.
Von 16 Uhr bis 17 Uhr findet der Schlussdienst mit jeweils einer Pädagogin und einem Elternteil der Bärengruppe in den Räumlichkeiten der Bärengruppe bzw. bei Schönwetter am Spielplatz statt.

im wagerl (c) hans

Resümierend lässt sich das pädagogische Konzept wie folgt beschreiben:
Der Spracherwerb, die motorische Entwicklung, die Sozialisierung in einer Gruppe und der ?Weg zum Ich? sind aufgrund der altersspezifischen Zusammensetzung der Kinder die zentralen Themen in der Hasengruppe. Alle Aktivitäten und Angebote (wie Malen, Singen, Finger- und Kreisspiele, Rhythmik und Bewegungseinheiten etc.) sind im Hinblick auf diese geplant und vorbereitet. Ein respektvoller Umgang miteinander und eine Atmosphäre, die von Geborgenheit und Vertrauen gekennzeichnet ist, sollen das erste Loslösen möglichst stress- und angstfrei ermöglichen. Ein strukturierter und ritualisierter Tagesablauf hilft dabei. Die Zusammenarbeit mit den Eltern kann gewährleisten, dass unser Kindergarten als erweitertes Familiensystem fungiert.